Internationaler Holocaust Gedenktag
Am heutigen Holocaust-Gedenktag hat die Klasse 8a die Stolperschwelle geputzt. Anschließend erfolgte ein Besuch im Stalag-Museum. Die Führung wurde von Herrn Thomas durchgeführt. Regelmäßiges Thematisieren ist wichtig für die Erinnerungskultur und die Pflege der Gedenkstätten, die von den weiterführenden Schulen übernommen wurde.





Frau Fischer war heute Nachmittag um 17 Uhr außerdem mit einigen Schülern und Schülerinnen bei der Zentralen Gedenkfeier für die Opfer des Holocaust der Stadt Hemer. Diese fand auf dem jüdischen Friedhof am Perick statt. Die Ansprache wurde von Pastor Richter gehalten.


Dabei hat die Klasse das symbolische Senfkorn Hoffnung am jüdischen Friedhof niedergelegt. Dabei haben die Kinder dies vorgetragen:
„Wir sind Schülerinnen und Schüler der Hans-Prinzhorn-Realschule. Heute erinnern wir an den Holocaust. Millionen Menschen wurden verfolgt und ermordet, nur weil sie jüdisch waren oder nicht in das Weltbild der Nationalsozialisten passten. Es ist schwer darüber zu sprechen!
Wir fragen uns: Wie konnte das passieren? Wie konnte das auch in Hemer passieren?
Am Internationalen Holocaust-Gedenktag geht es darum, nicht zu vergessen und hinzuschauen!“
Zitat aus dem Bericht der Zeitzeugin Magret Holtzwart:
„Ich arbeitete in der Kommandantur des Lagers Stalag 6A in Hemer. Eine Gruppe russischer Kriegsgefangener war täglich damit beschäftigt, den für die Heizungsanlage des Lagers angefahrenen Koks vor unserem Fenster abzuladen. Der Koks lag so hoch, dass er bis an unser Fenster reichte.
Die hungrigen Arbeiter taten uns leid, und wir Frauen zweigten etwas von unserem Butterbrot ab, wickelten es in zerknülltes Zeitungspapier – denn es durfte nicht nach Absicht aussehen – und legten es auf die Fensterbank.
Schon hatten die Gefangenen dies beobachtet, und im Nu waren die Schnitten weg. Wir brachten daraufhin Brotreste von zu Hause mit, und sie gingen alle den gleichen Weg.
An einem Morgen lag ein Päckchen auf der Fensterbank, aber dieses Mal von außen dort abgelegt. Beim Öffnen des Zeitungspapiers sahen wir, dass die Gefangenen uns als Zeichen der Dankbarkeit ein wenig Tabak eingewickelt hatten. Sie wollten nicht nur nehmen, sondern auch dankbar sein.“
“Als wir diese Textstelle im Unterricht gelesen haben, waren wir beeindruckt, wie eine kleine Geste ein wichtiges Zeichen der Menschlichkeit und Hoffnung sein kann.”
Dabei haben wir über das Bild eines Senfkorns nachgedacht:
Ein Senfkorn ist klein, aber es kann wachsen und ein sichtbares Zeichen der Hoffnung sein – für die Hoffnung, dass es immer auch Menschen gibt, die in der größten Not menschlich bleiben und dass Erinnerung klein anfangen kann und wachsen darf!
Darum stehen wir Jugendlichen hier!
Dieses Senfkorn ist unsere Verantwortung!
Wir können unsere Vergangenheit nicht ändern.
Aber wir können heute widersprechen, wenn Menschen ausgegrenzt werden.
Unsere Hoffnung heißt nicht Trost!
Unsere Hoffnung heißt:
Nie wieder!